Sonntag, 17. Januar 2016

[ #online-lerntrainer ] Die S-Schreibung (s, ss, ß)

Was Deutschlehrern klar und einfach erscheint, das macht Volksschülern doch häufig Probleme. 

In der Schweiz und in Liechtenstein  wurde das scharfe ß ("Eszett") schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts besonders ab den  1920er-Jahren mehr und mehr durch ein Doppel-s ersetzt. Die Kantone begannen in den späten dreißiger Jahren, das Eszett nicht mehr zu lehren, der bevölkerungsreichste, häufig als Vorbild dienende Kanton Zürich ab dem 1. Januar 1938. Auch wenn manche Germanisten dem ß ein Träne nachweinen, die Schüler und Lernenden werden es kaum.

Wir müssen uns hier noch mit der Unterscheidung von S, SS und ß abplagen. Die Regeln erscheinen einfach, die Praxis macht das Problem. Vor allem wenn Deutschlerner mit nichtdeutscher Muttersprache die Regeln anwenden sollen. Denn s, ss  ß sind faktisch eine Hilfe ein Wort richtig(er) auszusprechen, sie helfen ihnen nur beim Lesen. Wenn jemand ein Wort schreiben muss, dann ist noch nicht gewährleistet, dass er es auch schon richtig aussprechen kann. Nur dann kann er aber richtig  s, ss oder ß schreiben.

Während die Erwachsenen häufig Schwierigkeiten haben die automatisierte Rechtschreibung vor der Rechtschreibreform zu "vergessen" und deshalb unsicher werden, ist es nicht leicht Kindern den Unterschied zwischen einem stimmhaften und stimmlosen "S" zu erklären, besonders dann, wenn Kinder noch nicht sicher und genau lesen. Das trifft besonders Kinder mit Migrationshintergrund hart.

Eltern empfiehlt es sich daher, sich mit den Regeln vertraut zu machen, welche ja dank der Rechtschreibreform etwas "nachvollziehbarer" geworden sind, wenn sie den Kindern helfen wollen. Sie sind eigentlich nicht allzu kompliziert, wenn man sich auch um richtige Aussprache bemüht. Freilich nützt häufiges Lesen (und Schreiben) gegen Rechtschreibprobleme fast immer. Um die korrekte Schreibung der s-Laute zu erlernen, muss man zuerst zwischen einem stimmhaften und einem stimmlosen „s“ unterscheiden und den Unterschied erhören.

1. Stimmhaftes S. Ein weich (=stimmhaft) gesprochenes s schreibt man immer mit einfachem s.
Das stimmhafte "S" ist ein Summen!: Rose, Vase, lesen, singen. Es kann nur im Wortinneren oder am Anfang stehen. Am Wortende wäre es nicht sprechbar. (Aber Achtung: Manchmal hört man zwar ein stimmloses „s“ am Wortende. Bildet man die Mehrzahl dann hört man allerdings ein stimmhaftes in der Wortmitte (Kreis - Kreise)).  Hat man das S ermal als stimmhaft identifiziert, dann zeigt sich das stimmhafte S als so  sympathisch wie das Summen: Es ist immer nur ein "s".

2. Problem- und Trainingsfeld. Ein hart (= stimmlos, scharf) gesprochenes s wird manchmal mit einfachem s, manchmal mit doppeltem ss und manchmal mit ß geschrieben.
Anders ist es beim stimmlosen s. Das hört sich "nur" als ein "Zischen"an. Das ist auch in der Grammatik unsympathischer, eben wie das Zischen: Kasse, fressen, Buße, ...

[K)ein Eszett! 
  • ss: Es stehen ss nach denselben Regeln wie man auch sonst Konsonanten verdoppelt (ff, tt, pp, nn, ck, ...). Nach einem kurzen Vokal kommt immer ein "ss". Denn dieVerdoppelung weist auf den davor stehenden kurzen Vokal hin: Fluss, Kuss, Schloss, nass, Genuss, dass, ...
  • ß: Nach einem langen Vokal kommt ein "ß" (Fuß, Schoß, Spaß, Grieß, genießen ... ) und nach einem Doppellaut (au, äu, ei, eu) kommt ebenfals immer ein "ß". Denn ein Doppellaut gilt immer als lang. Aber nicht vergessen. Die Regel gilt nur für den Zischlaut "s" (stimmlos), versteht sich.
  • s: Das stimmlose "s" schreibt man als einfaches "s", wenn das s bei der Verlängerung des Wortes weich gesprochen wird (Manchmal hört man zwar ein stimmloses „s“ am Wortende. Bildet man die Mehrzahl dann hört man allerdings ein stimmhaftes in der Wortmitte (Kreis - Kreise). Ebenso: Im Auslaut von Funktionswörtern und Endungen wird für ein stimmloses "s" meistens "s" anstelle von "ß" bzw. "ss" gebraucht (selbst wenn es eine verwandte Form mit "ß/ss" gibt)
3. Damit wäre eigentlich alles gesagt. Aber leichter tut man sich in vielen Standardfällen, wenn man sich noch ein paar Signalsilben merkt: 

1. Wörter, die auf -nis und auf kurzes –is oder -us enden, werden in den entsprechenden gebeugten Formen und im in der Mehrzal mit ss geschrieben:

Ergebnis - die Ergebnisse, die Details des Ergebnisses ; Zeugnis - die Zeugnisse, die Schwerpunkte des Zeugnisses, Kürbis - die Kürbisse, die Ernte des Kürbisses Bus - die Busse, der Fahrer des Busses; Zirkus - die Zirkusse, die Mitarbeiter des Zirkusses;

2. s,ss und ß bei Vor- und Nach- bzw. Endsilben:
  • ß: außer- außerhalb, außerordentlich, außergewöhnlich, ... 
  • s: aus- aussehen, ausbauen, ausschließen, ausbrechen, ... 
  • dis- Dissertation, Disziplin, Dissonanz, diskriminieren, diskutieren, ... 
  • -mus Antisemitismus, Faschismus, Humanismus, Rassismus, Atheismus, Egoismus, Liberalismus, Optimismus, Pessimismus, Realismus, Rheumatismus, Magnetismus, Okkultismus, Imperialismus, ... (die Mehrzahl ist hier nicht "Faschismusse" sodern "Faschismen". 
  • -los arbeitslos, verständnislos, heimatlos, sinnlos, achtlos,
  • ss: miss- Missverständnis, Misserfolg, missgönnen, misstrauisch, missglücken, missgelaunt, misshandeln, missfallen, ...
4. Das, dass ... Hier gibt es nicht wirklich Probleme, es sei denn Unaufmerksamkeit. Der Artikel und das Pronomen "das" ("welches") sind einfach. Allerdings macht die Merkregel, dass vor "dass" (fast) immer ein Beistrich steht Verwirrung. Kinder merken sich diesen Sachverhalt gerne umgekehrt und damit falsch so: Nach einem Beistrich steht immer "dass"! Das verführt beim Korrekturlesen Kinder dazu, ein "das" nach dem Beistrich in ein "dass" zu verwandeln.

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1 Kommentar:

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