Mittwoch, 28. Dezember 2016

[ #aktuell ] Studie zu Armut aus Sicht der Kinder: Kostenlose Nachhilfe gefordert

Volkshilfe-Studie untersucht die Lebensbedingungen von armutsbetroffenen, armutsgefährdeten und nicht-armutsgefährdeten Kindern und Jugendlichen. 
An der Spitze der Schlussfolgerungen steht das was der Dornbirner Schülerclub tut: Kostenlose Nachhilfe (für 200 SchülerInnen mit täglicher Öffnungszeit von fünf Stunden - in diesem Umfang wohl einmalig in Österreich).
In der Studie werden erstmals die Lebensbedingungen und das soziale Umfeld von armutsbetroffenen, armutsgefährdeten und nicht-armutsgefährdeten Kindern und Jugendlichen erhoben. Armutsbetroffene Kinder sprechen in den Interviews aktiv von nicht vorhandenen finanziellen Möglichkeit in der Familie, notwendige Dinge wie Lebensmittel zu kaufen, Geld für Schulausflüge aufzubringen oder auch wichtige Gegenstände wie eine verloren gegangene Brille zu ersetzen. Armutsbetroffene Kinder gehen sehr verständnisvoll mit der finanziellen Situation der Eltern um, sie nehmen sich und ihre Ansprüche zurück. In vielen Fällen sprechen die Kinder davon, dass sie das traurig macht, wenn sie sich Dinge nicht leisten können.

Für den Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe Erich Fenninger ergeben sich folgende Schlussfolgerungen und Forderungen aus der Studie:
  • Die Ergebnisse zeigen, dass eine kostenlose Nachhilfe in oder um die Schule, die Kinder aus einkommensarmen Haushalten unterstützen, ein wichtiges Angebot ist. Aber wir bleiben dabei, dass es in Österreich ein durchlässiges Schulsystem braucht, dass einen bildungsmäßigen Aufstieg möglich macht. Die aktuelle OECD Bildungsstudie bestärkt uns darin, dass Österreich hier großen Aufholbedarf hat.
  • Ansprechpersonen schaffen, zu denen die Kinder bei Problemen gehen können, die häufig erwähnte Vertrauenslehrerin oder SchulsozialarbeiterInnen.
  • Offensive Förderung armutsbetroffener Kinder und Jugendlicher in allen ihren Lebenswelten, um ihnen dieselben Chancen zu geben, die Kinder aus nicht-armutsbetroffenen Familien haben. Dazu gehören:
  • Öffnung des Zugangs zu Vereinen, Vereinfachung des Zugangs und Erhöhung der Transparenz zu finanzieller Unterstützung für Schulveranstaltungen, Freizeitaktivitäten und kulturelle Veranstaltungen für Kinder.
[Schülerclub  #Dornbirn ]
Lohnt sich ein Download? Ein Blick Inhaltsverzeichnis:
Zusammenfassung 03
1. Einleitung 06
2. Studienaufbau 08
2.1. Auswertung der Interviews 10
2.2. Ziele und Hauptfragestellungen 11
3. Hinweis auf sozio-ökonomische Situation und sozialen Status 11
3.1. Armutsbetroffene Kinder und Jugendliche 12
3.2. Armutsgefährdete Kinder und Jugendliche 13
3.3. Nicht-armutsgefährdete Kinder und Jugendliche 13
3.4. Weitere Ergebnisse zur sozioökonomischen Situation und sozialen Status 14
4. Zugang zu Aktivitäten und Orte im Leben der Kinder und Jugendlichen 14
4.1. Armutsbetroffene Kinder und Jugendliche 15
4.2. Armutsgefährdete Kinder und Jugendliche 15
4.3. Nicht-armutsgefährdete Kinder und Jugendliche 15
5. Unterstützung bei Problemen 16
5.1. Armutsbetroffene Kinder und Jugendliche 16
5.2. Armutsgefährdete Kinder und Jugendliche 17
5.3. Nicht-armutsgefährdete Kinder und Jugendliche 17
6. Bezug zu Armut und Armutsverständnis 18
6.1. Armutsbetroffene Kinder und Jugendliche 18
6.2. Armutsgefährdete Kinder und Jugendliche 18
6.3. Nicht-armutsgefährdete Kinder und Jugendliche 19
7. Wünsche der Kinder und Jugendlichen 20
8. Empfehlungen 21
9. Literatur 23

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