Dienstag, 1. Juli 2014

[ #sachwissen ] Onlinesuchen lernen: Was und wie suchen Kinder im Internet?


Auch wenn heute von „Digital Natives“ die Rede ist, der Umgang mit Suchdiensten und Suchwerkzeugen im Internet will auch von Kindern gelernt sein. Und ein Rat: Eltern sollen mitgoogeln.



Eine DJI-Studie (Deutsches Jugendinstitut) zum Informationsverhalten von sechs- bis dreizehnjährigen Kindern im Umgang mit Kindersuchmaschinen zeigt auf, wie eng deren Recherche- und Informationskompetenz sowie der Rechercheerfolg mit ihrem sprachlichen Entwicklungsstand verknüpft sind.

Hierfür benötigen sie nicht nur Anregung und Unterstützung, es bedarf auch altersgerechter Inhalte, die für sie verständlich und von Interesse sind, aber gleichzeitig auch Schutz vor ungeeigneten Inhalten garantieren.

Kindersuchmaschinen bieten dies: Sie sind auf die Bedürfnisse und den Entwicklungsstand von Kindern zugeschnittene und redaktionell betreute Suchräume. Die im deutschsprachigen Raum am bekanntesten und am häufigsten empfohlenen Spezialsuchmaschinen für Kinder sind:
  • „Blinde Kuh“, seit 1997 online, Zielpublikum: 6- bis 14-Jährige
  • „fragFINN“, seit 2007 online, Zielpublikum: 6- bis 12-Jährige
  • „Helles Köpfchen“, seit 2004 online, Zielpublikum: 8- bis maximal 16-Jährige
Eltern sollen mitgoogeln. Kindersuchmaschinen liefern zwar weniger – und manchmal auch keine – Treffer auf Suchanfragen, doch sie bieten die Gewähr, dass Kinder nur auf kindgerechte Ergebnisseiten geführt werden. Jugendschutz.net hat mit „kinderorientierten Suchworten“ (Amoklauf, Chat, Cheats, Sex, Körperbau, Kuchen backen, Wasser) Tests auf „Google“ durchgeführt und dabei festgestellt, dass unabhängig von der Sicherheitseinstellung etwa 40 Prozent der gelisteten Ergebnisseiten Inhalte enthielten, die als problematisch für Kinder einzustufen sind. Der Anteil „kindgeeigneter“ Seiten lag nur bei etwa fünf Prozent. Kinder sollten deshalb mit Kindersuchmaschinen arbeiten und auf „Google“ nur mit den Eltern suchen.

[Schülerclub Dornbirn]⇒

Die Ergebnisse der Studie im Überblick:
  • Die meisten Kinder kennen Kindersuchmaschinen, nutzen sie aber nicht
  • Der Nachwuchs ist über Kindersuchmaschinen besser informiert als die Eltern
  • Suchthemen werden primär durch die Schule bestimmt
  • Top-Suchwörter sind „Spiel“, „Hund“, „Sex“; aber bei Ranglisten ist Vorsicht geboten
  • Kinder fassen sich bei der Recherche kurz
  • Kinder wählen vorwiegend die oberen Trefferpositionen aus; ein Drittel klickt Ergebnisse gar nicht an
  • Suchanfragen werden weitgehend mit einigen wenigen großen Websites für Kinder abgedeckt

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