Sonntag, 4. November 2012

Vorarlberger Eltern zahlen fünf Millionen Euro für Nachhilfe

40 Prozent der betroffenen Eltern können sich keine Nachhilfe leisten! Wirtschaftskrise gefährdet Schulerfolg. Vorarlberg nach Wien am aufwändigsten. Nur die geringen Mittelschülerzahlen halten Vorarlberg noch von den höchsten Nachhilfekosten Österreichs fern.

AK-Studie Nachhilfe. Das IFES führte im Auftrag der AK Wien (Abteilung Bildungspolitik) von April bis Mai 2012 eine bundesweit repräsentative Befragung bei Eltern von Schulkindern zum Thema „Nachhilfe“ durch. Die Erhebung erfolgte in Form von Telefoninterviews. Im Rahmen der österreichweiten Basis-Studie wurden insgesamt 2.851 Haushalte befragt, welche innerhalb dieser 4.933 SchülerInnen umfasst.

Geringverdiener doppelt beschwert. Am vergleichsweise höchsten war der entsprechende Bedarf bei jenen Eltern, die ein geringes Einkommen haben und sich eine bezahlte Nachhilfe somit kaum leisten können. 16 Prozent der Einkommensbezieher bis 1.300 Euro im Monat hätten für ihr Kind gerne eine Nachhilfe gehabt; bei der oberen Einkommensgruppe (über 3.000 Euro) beläuft sich der entsprechende Anteil nur auf 4 Prozent.

40  Prozent fehlt das Geld für Nachhilfe. Insgesamt gaben vier von zehn Eltern, die trotz Bedarf keine externe Nachhilfe für ihr Kind engagiert haben, als Grund dafür an, dass sie sich das finanziell nicht leisten können. Selbst bei den Einkommensbeziehern bis zu 2.500 Euro im Monat trifft dies auf rund jeden Zweiten zu.

Wirtschaftskrise kontra Nachhilfe. Dass sich die mittleren Gesamtkosten pro Haushalt gegenüber dem Vorjahr gesenkt haben, ergibt sich vor allem daraus, dass im letzten Sommer nur rund halb so viele Eltern eine bezahlte Nachhilfe engagiert oder ihren Kinder in Feriencamps etc. finanziert haben, als in den
Jahren zuvor.  Dies liegt wohl nur zum Teil daran, dass sich der diesbezügliche Bedarf tatsächlich verringert hat. Eher ist anzunehmen, dass sich angesichts der zunehmend prekären finanziellen Lage der österreichischen  Haushalte viele diese Ausgaben nicht mehr leisten konnten und z.B. bei Lernferien gespart haben. Vermutlich spielen hier beide Faktoren eine gewisse Rolle, wobei anteilsmäßig die Kostenfrage wohl relevanterer ist. Dafür spricht auch der hohe Anteil von Haushalten, die von einer bezahlten Nachhilfe zu einer unbezahlten Lernunterstützung (durch Verwandte oder Bekannte) umgestiegen sind.

Rechnet man die durchschnittlichen Kosten (Mittelwert: 670 Euro) auf die Gesamtzahl der Eltern in Österreich hoch, die innerhalb des letzten Jahres für eine externe Nachhilfe Geld ausgeben mussten (ca.
20 Prozent der Haushalte mit einem Schulkind, das sind rund 160.000 Haushalte), ergeben sich jährliche bundesweite Gesamtausgaben für die Nachhilfe in der Höhe von rund 107 Millionen Euro pro Jahr. Unter Berücksichtigung der statistischen Schwankungsbreiten liegen die jährlichen Nachhilfekosten in der Bandbreite von 104 bis 110  Millionen Euro.

 [Naturfreunde SCHÜLERCLUB Dornbirn] LINK ➨ 
Nachhilfe: Bundesweite Elternbefragung 2012 (pdf 48 S., 284,4 kb)
5.11.12  [Letzte Aktualisierung  5.11.12] Das Vorarlberger Bloghaus verlinkt interessante Weblogs.

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